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24.05.
2025

dialogP - Charlotte berichtet

Mehr als nur Theorie: Wie dialogP Politik lebendig macht

Ein Bericht von Charlotte Wiehoff (Chefredaktion "Der Spicker")

Zwischen Schulalltag und Entscheidungen im Landtag scheint oft eine große Lücke zu klaffen. Um diese zu überbrücken fand am 7. April nun schon zum zweiten Mal das Projekt dialogP an der Klaus-Groth-Schule statt. Zwei WiPo-Kurse des E-Jahrgangs haben sich mit 5 Abgeordneten des Landtags zwei Stunden angeregt ausgetauscht und diskutiert, um das Verständnis füreinander zu fördern und politische Prozesse besser zu verstehen.

DialogP ist ein Projekt, das 2014 ins Leben gerufen wurde und das es seit 2019 auch in Schleswig-Holstein gibt. Die Initiatoren der Juniorwahl wollten Politik für Schülerinnen und Schüler zugänglicher machen und ihnen auch unabhängig von Wahlen oder Unterricht Berührungspunkte mit Politik ermöglichen. Um das zu erreichen, sollten sie auf Augenhöhe mit Politikern über Themen diskutieren können, die ihnen besonders am Herzen liegen.

Über zwei Schulstunden verwandelte sich unsere Aula in einen Diskussionsraum mit 6 runden Tischen, einer großen Leinwand, ein paar Stehtischen und vor allem den Plakaten, auf denen die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen, Notizen zu den einzelnen Gesprächen und Ergebnisse notieren sollten.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Jaroslav Bangert, ebenfalls Schüler des E-Jahrgangs, und zwei weiteren Klassenkameraden, die die Vorstellungsrunde und den weiteren Teil der Veranstaltung moderierten. Die beiden organisierenden Lehrkräfte Herr Sievers und Herr Detlef hielten sich eher im Hintergrund, um den reibungslosen Ablauf sicherzustellen, als Ansprechpartner sowie Unterstützer bereit zu stehen und den leitenden Schülern den Vortritt zu lassen. Nach der Vorstellungsrunde der Abgeordneten, die durch vorbereitete Steckbriefe auf der Leinwand begleitet wurde, folgte eine Runde "Kahoot" mit Fragen zu Schleswig-Holstein als Eisbrecher. Danach ging es an den Gruppentischen mit der richtigen Diskussion weiter. Die 5 Abgeordneten positionierten sich an jeweils einem der sechs Gruppentische und die nun vollständige Gruppe aus Schülerinnen und Schülern und Politikerinnen und Politikern hatte jetzt 12 Minuten Zeit, die Leitfrage mit den vorbereiteten Pro- und Contra-Argumenten der Elftklässlerinnen und Elftklässlern zu diskutieren. Nach den 12 Minuten gingen die Abgeordneten zum nächsten Tisch, um über ein neues Thema zu sprechen. Die Stimmung an den einzelnen Thementischen zeichnete sich durch eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre aus. Während einige Jugendliche das Gespräch mit den einzelnen Politikerinnen und Politikern besonders aktiv gestalteten, nutzten andere die Gelegenheit vor allem dazu, dem Austausch aufmerksam zu folgen und die Argumente beider Seiten nachzuvollziehen. In der abschließenden Auswertung, bei der aus jeder Gruppe die drei stärksten Argumente für und gegen die diskutierte Frage vorgestellt wurden, stimmten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über jede der diskutierenden Fragen ab. Die prozentualen Ergebnisse wurden anschließend festgehalten.

Die Elftklässlerinnen und Elftklässler waren schon vor der Veranstaltung motiviert und die meisten waren gespannt auf das Gespräch mit den Politikerinnen und Politikern und spannende Diskussionen, vor allem da ein direkter Austausch so noch nie möglich war und ähnliche Projekte solch lange Redezeiten nicht vorsahen. Sie erhofften sich, dass die Gäste aus dem Landtag nicht nur ihr eigene Meinung, sondern natürlich auch die Position der Parteien zu den einzelnen Diskussionsthemen vertreten würden. Auch nach der Veranstaltung war die Stimmung positiv und viele sprachen von einer möglichen Wiederholung des Ganzen. Besonders groß war die Vorfreude auf die selbstgewählten Diskussionsthemen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld intensiv auseinandergesetzt hatten.

Auch die Abgeordneten Dirk Kock-Rohwer (Bündnis 90/Die Grünen), Kianusch Stender (SPD), Bernd Buchholz (FDP), Sybilla Nitsch (SSW) sowie Ralf Plagmann (CDU), der Hauke Hansen vertrat, erwarteten schon vor Beginn der Veranstaltung mit viel Interesse die einzelnen Themen und Argumente der Schülerinnen und Schüler. Ralf Plagmann erzählte zum Beispiel, Dialog sei immer gut, denn Menschen, die eine Meinung haben, seien das Beste, was einer Demokratie passieren könne. Er freue sich außerdem auf das Thema KI und alles, was mit Technologie zu tun hat. Nach den zwei Stunden waren die Politikerinnen und Politiker wie die Schülerinnen und Schüler erfreut über den regen Austausch untereinander. Bernd Buchholz sagte, man habe gemerkt, dass die Kurse sich gut vorbereitet hatten und viele seiner Argumente abgefragt wurden. Teilweise seien die Gegenargumente stark gewesen, teilweise auch leicht zu entkräften, doch das mache gute Diskussionen aus. Ralf Plagmann betonte außerdem, er nehme spannende, alternative Argumente mit, die ihm vielleicht in Zukunft auch bei seiner Arbeit helfen könnten.

Was bleibt vom Austausch? Auch zwei Wochen später ist das Treffen bei den Schülerinnen und Schülern noch im Gedächtnis geblieben und mehrere Befragte sagen, sie finden, es sei ein Erfolg gewesen, vor allem da die Art und Weise der Diskussionen sehr gut war und man sich über Fragen und politische Interessen, die einen persönlich interessieren, austauschen konnte. Meiner Meinung nach war es eine sehr wichtige Veranstaltung, bei der die Schülerinnen und Schüler viel gelernt und erfahren haben – sowohl über politische Prozesse im Allgemeinen als auch über einzelne, spezifische Themen. Solche Erlebnisse helfen dabei, Politik nicht nur als etwas Abstraktes wahrzunehmen, sondern als etwas, das uns alle betrifft und an dem wir aktiv teilhaben können. Wir sollten uns weiterhin dafür einsetzen, auch als Jugendliche gehört zu werden. Gleichzeitig ist es wichtig, zu versuchen, die Sichtweisen der Erwachsenen zu verstehen. Nur so können wir gemeinsam aktiv unser Land mitgestalten! Und genau dieses gegenseitige Zuhören und Verstehen ist bei dialogP meiner Ansicht nach gelungen.