MENÜ

G8

G8 / G9

G8 ist die Abkürzung für den Ausdruck „achtjähriges Gymnasium“, G9 steht entsprechend für ein "neunjähriges Gymnasium". Die Klaus-Groth-Schule ist seit dem Schuljahr 2001/2002 G8-Schule. Derzeit läuft der Diskussions- und Entscheidungsprozess, ob wir zu G9 wechseln. Die Entscheidung wird Anfang Januar auf einer Schulkonferenz getroffen werden. Die Tendenz geht mehrheitlich - so zumindest war das Meinungsbild auf der Schulkonferenz am 21.11.2017 - zu G9, das 2019/2020 für die dann 5. und 6. Klassen eingeführt werden würde.

Ob G8 oder G9 - wir können beides. Und so sehen wir der Entscheidung gelassen entgegen. 

G8 hat Veränderungen mit sich gebracht: Bisherige Arbeitsweisen wurden überprüft und Neues erprobt, Konzepte wurden entwickelt und in ihrer Funktionalität evaluiert, der Schulalltag wurde neu strukturiert und die Inhalte des Fachunterrichts wurden einer Prüfung unterzogen. Daraus haben sich folgende 11 Grundpositionen ergeben, die zur Entschleunigung und zum Lernerfolg beitragen:

1. Rhythmisierung

Wir haben uns nach einer intensiven Erprobung des 60-Minuten-Modells für eine Mischung aus 45- und 90-Minuten-Einheiten entschieden. Denn diese Struktur ermöglichst eine Reduzierung der Fächer pro Tag, gewährleistet unterrichtliche Kontinuität und bietet vor allem eine pädagogisch notwendige Anpassung an die unterschiedlichen Lernbedingungen von Kindern und Jugendlichen und an die unterschiedlichen Anforderungen der Fächer. So lösen Doppelstunden Einzelstunden ab und sorgen für eine gute Durchmischung des Schultages.

2. Unterricht

Von zentraler Bedeutung ist für uns, dass Überlastungen der Schülerinnen und Schüler bzw. Stress- und Druckfaktoren im Unterricht vermieden werden: Arbeits- und Lernphasen wechseln deshalb mit Entspannungs- und Erholungsphasen. Offene Unterrichtsformen werden angestrebt. Entscheidend ist für uns zugleich, dass Lernfreude und Motivation herrschen, die das Lernen erleichtern.

3. Länge des Schultages

Um die Belastung vor allem für die jüngeren Schülerinnen und Schüler möglichst gering zu halten, gehen wir vorsichtig mit langen Schultagen um. In der Jahrgangsstufe 5 gibt es überhaupt keinen Nachmittagsunterricht; um 13.05 Uhr ist der reguläre Unterricht beendet, so dass es noch viel Zeit für Freizeit und Erholung gibt. In der 6. Klasse kommt die zweite Fremdsprache hinzu, so dass in der Regel ein Tag mit 7 und ein Tag mit 8 Stunden entsteht; damit dieser Tag erfolgreich verlaufen kann, gibt es eine lange Mittagspause, um sich zu stärken. In der 7. Klasse gibt es in der Regel nur einen Langtag. In den folgende Klassenstufen bis hin zur Oberstufe gibt es je nach Fächerwahl und Schwerpunkt unterschiedliche Lösungen. Der Freitag ist im Normalfall kein langer Schultag.

4. Offener Ganztag

Da Schule nicht mehr nur vormittags stattfindet, haben wir uns 2005 entschieden eine offene Ganztagsschule zu sein. Ein sehr wichtiger Baustein ist für uns, dass wir eine qualitativ hochwertige und zuverlässige Betreuung bis 15.15 Uhr gewährleisten können. Kinder werden von engagierten Lehramtsstudentinnen und -studenten in ihren Hausaufgaben unterstützt und erhalten durch sie ein Spiel-, Sport- und Spaßangebot sowie Förderunterricht. Weitere Informationen zum Betreuungsangebot finden sich hier. Die Klaus-Groth-Schule bietet ein breites Spektrum an AGs, damit im Anschluss an den Unterricht einem Hobby oder einem besonderen Talent nachgegangen werden kann. Die Liste des AG-Angebots findet sich hier.

5. Bauliche Maßnahmen

Die Schule ist in vielen Bereichen renoviert und erweitert worden: Eine helle und freundliche Mensa wurde errichtet, die ein sehr beliebter Aufenthaltsraum ist. Der naturwissenschaftliche Neubau wurde komplett auf den neuesten Stand gebracht und aufgestockt. Das Kulturzentrum wurde nach unseren Vorstellungen neu gestaltet und wir haben einen zusätzlichen Oberstufenbau erhalten.

6. Mittagspause

Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, dass unseren Schülerinnen und Schülern ein möglichst warmes, gesundes und leckeres Mittagessen angeboten wird. In Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Catering-Betrieb (FEK) gibt es daher ein breites Angebot von sechs Gerichten. (Inhaltsstoffe sind angegeben.) Der Plan für eine Woche ist immer ab Montag (0:00 Uhr) der vorhergehenden Woche online. Bestellschluss ist 8:00 Uhr des jeweiligen Essenstages. Bis 8:00 Uhr des Essentages kann man auch Bestellungen für diesen Tag stornieren. Das Bestellkonto kann bequem von zuhause aus geführt werden und man hat immer den Überblick über das Mittagessen des Kindes. Im „Kiosk“ gibt es zu dem ein sehr breites Angebot an belegten Brötchen und Kleinigkeiten, die natürlich nicht vorher zu buchen sind.

7. Hausaufgaben

Es gilt bei uns der Grundsatz, dass sehr maßvoll und sehr achtsam mit dem Stellen von Hausaufgaben umgegangen wird, da der Schultag ja schon lang genug ist. Insbesondere an Langtagen sollen keine Aufgaben zum nächsten Tag gestellt werden. Bei den Sprachen ist es aber wichtig, kontinuierlich von Stunde zu Stunde Vokabeln zu lernen; sie dürfen also ein überschaubares Maß an Vokabeln aufgeben, damit man im Training bleibt.

8. Fachcurriculum

Moderner Fachunterricht ist kompetenzorientiert: Im Fokus stehen nicht ausschließlich die Fachinhalte, die es zu lernen gilt, sondern im Fokus steht die Entwicklung von Fähigkeiten. Schülerinnen und Schüler sollen in die Lage versetzt werden, auf der Basis dieser fachspezifischer Kompetenzen konkrete Frage- und Problemstellungen selbstständig und teamorientiert mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu bearbeiten. Inhalte sind wichtig, Kompetenzen ebenso. Darauf haben wir in unseren schulinternen Fachcurricula Wert gelegt. Kompentenzorientierung ermöglicht es, die Masse des Lernstoffs klug zu reduzieren und das Lernen am Beispiel stärker in den Mittelpunkt zu setzen.

9. Intensivierungsstunden

In Intensivierungsstunden werden binnendifferenziert in den Fächern Deutsch, Englisch, Latein, Französisch und Mathematik - ohne Fortschreiten im Unterrichtsstoff - Themen kräftig eingeübt. Die Fachlehrkräfte leiten diese Übungsstunden. Sie sind Teil des regulären Stundenplans und keine zusätzlichen Stunden. Die 8 Intensivierungsstunden sind auf die Jahrgänge 5 bis 8 verteilt. Schülerinnen und Schüler können durch gezieltes Wiederholen und Üben Basiskompetenzen festigen oder auch noch vorhandene Lücken schließen. Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können spannende Vertiefungsaufgaben bekommen, um so einer eventuellen Unterforderung gegenzusteuern. Wichtig dabei ist, dass das Ganze druck- und stressfrei geschieht. Die Leistungen in den Intensivierungsstunden werden nicht benotet und Hausaufgaben gibt es auch nicht. Die Intensivierungsstunden tragen daher zur Entschleunigung bei.

10. Leistungsüberprüfungen

Klassenarbeiten sind wichtig und dürfen nicht fehlen. Sie sind aber nur eine Form der Leistungsmessung. Durch ministeriellen Erlass ist die Mindestzahl an Klassenarbeiten festgelegt worden. Wir halten uns bewusst an diesen unteren Grenzwert und erhöhen die Anzahl nicht; außerdem nutzen wir die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern Lernersatzleistungen anzubieten. In der Oberstufe, in der die Klausurbelastung groß ist, lassen wir - abgesehen von der Abitur-Probeklausur - nur 90minütige Klausuren schreiben. Auch hier gibt es Lernersatzleistungen. Durch beides lässt sich der Leistungsdruck wirksam reduzieren.

11. Lernwege

Die Kinder und Jugendlichen erhalten in jedem Fach Tipps und Hinweise, effektiv zu lernen. Dieses fachspezifische Methodentraining erleichtert das Lernen im G8-Zeitraum erheblich. Neben diesen Mikromethoden gibt es auch Makromethoden, um das Lernen unter G8-Bedingungen zu erleichtern. Dazu zählen Wochenpläne, Stationenlernen, Projektarbeit, kooperatives Lernen und Freiarbeit. All diese Methoden stärken die Selbstständigkeit, die man als G8-Schülerin und –Schüler braucht. Ein ganz wichtiger Lernweg ist bei uns das außerschulische Lernen. Fachorientierte Ausflüge sind normaler Bestandteil des unterrichtlichen Geschehens. Als Beispiel sei die Arbeit im LOLA, im Lübecker Offenen Labor, genannt; der Biologie- und Chemie-Unterricht wird ins Labor verlagert und auf besondere Weise praktisch erlebt und begreifbar.